Finanzielle Unterstützung

1.1     Pflegegeld

Das Pflegegeld ist ein Pauschalbetrag zur teilweisen Abdeckung der aufgrund Pflegebedürftigkeit entstandenen finanziellen Belastungen. Es ermöglicht den pflegebedürftigen Menschen eine gewisse Unabhängigkeit in einer Form der teilweisen oder ununterbrochenen Hilfe und einen Verbleib in den eigenen vier Wänden gleichzeitig.

Die Höhe des Pflegegeldes hängt von der Einstufung in eine bestimmte Pflegestufe, die eine Reflektion des Pflegeaufwands darstellt, ab.

Pflegebedarf in Stunden pro Monat Pflegestufe Betrag in Euro monatlich (netto)
Mehr als 65 Stunden 1 157,30 Euro
Mehr als 95 Stunden 2 290,00 Euro
Mehr als 120 Stunden 3 451,80 Euro
Mehr als 160 Stunden 4 677,60 Euro
Mehr als 180 Stunden, wenn  dauernde Bereitschaft erforderlich ist 5 920,30 Euro
Mehr als 180 Stunden, wenn  zeitlich unkoordinierbare Betreuungsmaßnahmen erforderlich sind  die dauernde Anwesenheit einer Pflegeperson erforderlich ist 6 1.285,20 Euro
Mehr als 180 Stunden, wenn Bewegungsunfähigkeit – ein gleich zu achtender Zustand vorliegt 7 1.688,90 Euro

 

Wer hat Anrecht Pflegegeld zu beantragen?

Um ein Anrecht auf Pflegeleistungen und somit auf eine finanzielle Unterstützung nachzuweisen, muss Pflegebedürftigkeit hervorliegen. Pflegebedürftigkeit bedeutet eine körperliche, geistige, oder seelische Krankheit oder Behinderung, die zu einer Störung des normalen Ablaufs des täglichen Lebens (Ernährung, Mobilität, Körperpflege, Hauswirtschaft) führt, wodurch der pflegebedürftige Mensch für mindestens 6 Monate eine ständige Betreuung und Hilfe benötigt. Dieser Betreuungs- und Hilfeaufwand beträgt monatlich mehr als 65 Stunden.

Wer entscheidet über die Pflegebedürftigkeit?

In der Sache der Pflegebedürftigkeit sind die Krankenkassen zuständig. Nach Antragstellung führt der Medizinische Dienst der Kassen (MDK) eine Begutachtung des Hilfebedarfs des Pflegebedürftigen durch. Dies verläuft durch den Hausbesuch eines Arztes oder einer kompetenten Pflegefachkraft, die die Anamnese des Pflegebedürftigen erhebt, eine ärztliche Untersuchung und eine Anhörung einer Vertrauensperson durchführt. Die Ergebnisse werden in einem Gutachten festgehalten und mit einer Empfehlung des notwendigen Pflegebedarfs an die Pflegeversicherung weitergeleitet, die letztlich über Bewilligung der Pflegestufe und die beantragte Leistung entscheidet.

Wie und wo stellt man den Antrag auf Pflegeleistungen?

Ein Antrag auf Pflegeleistungen wird bei der zuständigen Pflegekasse gestellt (persönlich oder schriftlich). Der Antrag kann formlos gestellt werden. Die großen Kassen haben doch eigene Formulare, wodurch die Antragstellung erleichtert wird. Falls ärztliche Atteste oder Befunde eines Krankenhauses über den aktuellen Gesundheitszustand vorliegen, sollten diese dem Antrag beigelegt werden.

Die zuständigen Formulare finden Sie auch unter: https://www.sozialministeriumservice.at/site/Pflege/Pflegegeld

Was wenn die Pflegestufe zu niedrig erscheint oder sogar abgelehnt wird?

Falls die Abweisung des Antrags aufs Pflegegeld oder die zugeteilte Stufenhöhe als Unrecht empfunden wird, kann der Pflegegeld Bescheid angefochten werden. Andersfalls kann ein Privatvertrag abgeschlossen werden. In finanziellen Notlagen übernimmt die Kosten für die Pflege das Sozialamt.

 

1.2     Unterstützung für pflegende Angehörige

Ein pflegender Angehöriger zu sein, ist eine Verpflichtung. Eine die das übliche Arbeitsvorhaben übersteigt, denn es geht um einen Menschen – meistens um ein Familienmitglied. Trotzdem sind Sie für die Person, die sie pflegen nur dann eine gute Stütze, wenn Sie körperlich und geistig fit sind. Scheuen Sie sich nicht Hilfe in Anspruch zu nehmen. Im Falle einer Krankheit oder eines Urlaubs, können Sie den finanziellen Zuschuss für pflegende Angehörige anfordern, wodurch Sie sich durch eine Ersatzpflege unterstützen lassen können.

Die Höhe des Zuschusses für pflegende Angehörige hängt von der Pflegegeldstufe des Pflegebedürftigen ab. Förderbar ist nur eine Ersatzpflege von mindestens einer Woche, wobei nur nachgewiesene Kosten berücksichtigt werden.

Pflegegeldstufe Betrag in Euro (netto)
bei Pflegegeld der Stufe 1-3 1.200 Euro
bei Pflegegeld der Stufe 4 1.400 Euro
bei Pflegegeld der Stufe 5 1.600 Euro
bei Pflegegeld der Stufe 6 2.000 Euro
bei Pflegegeld der Stufe 7 2.200 Euro

 

Wer hat Anrecht den Zuschuss für pflegende Angehörige zu beantragen?

Um ein Anrecht auf den Zuschuss für pflegende Angehörige nachzuweisen:

  • müssen Sie mindestens seit einem Jahr einen nahen Angehörigen mit einer Pflegegeldstufe 3-7 oder einen nahen Angehörigen mit einer nachweislich demenziellen Erkrankung und der Mindestpflegegeldstufe 1 pflegen.

Als Nachweis über das Vorliegen einer demenziellen Erkrankung gilt die Bestätigung der Behandlung des Betroffenen durch ein kompetentes Fachpersonal.

  • darf Ihr monatliches Netto-Gesamteinkommen bei Pflegestufe 1-5 2.000 Euro und bei Pflegestufe 5-7 2.500 Euro nicht übersteigen.

Die zuständigen Formulare finden Sie unter: https://www.sozialministeriumservice.at/site/Pflege/Pflegende_Angehoerige

 

1.3     Förderung bei 24-Stunden Pflege

Für pflegebedürftige Menschen, die trotz einem rundum Hilfebedarfs das Wohnkomfort der eigenen vier Wände genießen möchten, gibt es die Möglichkeit einer 24-Stunden Betreuung im eigenen Heim. Vorteil der Pflegebetreuung zu Hause ist die absolute Anpassung der PflegerInnen den Bedürfnissen der Pflegebedürftigen, ihre ständige Anwesenheit und Unterstützung, wie auch die Entlastung der Angehörigen.

Was bietet die Pflegebetreuung zu Hause?

Bei der Pflegebetreuung zu Hause achten wir besonders auf die Auswahl des Pflegepersonals, auf deren Qualifikation und gute Deutschkenntnisse. Großen Wert legen wir auf die Promptheit unserer Reaktion. Binnen 24 Stunden kann eine, nach Ihren Angaben ausgewählte, PflegerIn direkt zu Ihnen nach Hause kommen und alle personenbetreuerische Aufgaben, wie z.B. Kochen, Putzen, Einkaufen, Gestaltung des Tagesablaufs, Hilfe im Alltag, Kommunikation, Begleitung, Körperpflege, Ausübung von medizinischer Tätigkeiten gemäß § 159 GewO 1994 übernehmen. Das Betreuungsprogramm hängt immer von den Bedürfnissen des Pflegebedürftigen ab und wird je nach Anfrage individuell angepasst.

Welche ist die maximale Förderhöhe einer 24-Stunden-Betreuung?

Maximale Förderhöhe bei 2 selbständigen Betreuungskräften (bei Vorliegen von Werkverträgen) ist 550,- Euro pro Monat. Kommen unselbständig tätige Personen zum Zug, verdoppeln sich diese Beträge.

Wer hat Anrecht auf eine Förderung einer 24-Stunden-Betreuung?

Wenn die betreuungsbedürftige Person rund um die Uhr betreut werden muss und diese Notwendigkeit mit einer ärztlichen Bestätigung nachweisen kann, Pflegegeld der Stufe 3 und höher bezieht (in Niederösterreich und in Vorarlberg unter gewissen Umständen auch schon bei Pflegestufe 1 und 2) und das monatliche Nettoeinkommen *2.500 Euro nicht übersteigt, hat sie Anspruch auf eine Förderung.

* die Einkommensgrenze erhöht sich um 400 Euro für jeden unterhaltsberechtigten Angehörigen (bzw. um 600 € für jeden behinderten unterhaltsberechtigten Angehörigen). Vermögenswerte der pflegebedürftigen Person spielen keine Rolle.

Ich beziehe Pflegegeld der Stufe 1 oder 2. Kann ich trotzdem eine Person zum Zweck der Betreuung anstellen?

Das Hausbetreuungsgesetz gelangt auch dann zur Anwendung, wenn die zu betreuende Person Anspruch auf Pflegegeld der Pflegegeldstufen 1 oder 2 oder eine gleichartige Leistung im selben Ausmaß hat und für diese Person wegen einer nachweislichen Demenzerkrankung dennoch ein ständiger Betreuungsbedarf besteht.